Diashow - Ausschnitte - Werke Künstler: Kiddy Citny - Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Kiddy Citny
Kiddy Citny
Künstler
Berlin
Wie bist du zur Kunst gekommen? Oder anders gefragt: In welchem Alter wurde dir bewusst, dass du im tiefsten Herzen ein Künstler bzw. eine Künstlerin bist und immer sein wirst?
Mit 15.
Du wurdest Mitte der 1980er Jahre als "Mauermaler" bekannt, weil du zusammen mit deinem Künstlerkollegen Thierry Noir die Berliner Mauer im Westen bemalt hast. Stehen diese Kunstwerke als Mauersegmente heute noch in Teilen in Museen oder als Kunst im öffentlichen Raum?
Ja, die Mauersegmente sind weltweit verteilt z.B.:
UN - Garden - NYC, La Defense Paris, Märkisches Museum Berlin, Leipziger Platz Berlin mit Thierry Noir als Denkmal und in diversen eminenten Sammlungen.
War dein Weg zum Künstlerdasein für dich immer klar oder gab es berufliche „Umwege“?
Es gab einen Umweg: Um eine eigene Wohnung mit 16 zu finanzieren, habe ich eine Lehre als Aussenhandelskaufmann abgeschlossen.
Hast du von Anfang an Förderer und Fans deiner Kunst gehabt? Oder musstest du dir diese immer wieder hart erarbeiten?
Ich hab mir meine bildenden und darstellenden Künste alle selbst erarbeitet.
Wie vermarktest bzw. verkaufst du dich und deine Werke? Nutzt du auch soziale Kanäle? Welche bevorzugt?
Durch fast permanente Aktivität. Arbeit ist mit das wichtigste Ding. Normalerweise kommen Galeristen oder Kunstsammler auf mich zu / oder ich auf sie. Social Media benutze ich als 'Sprachrohr' - Website, Insta, Facebook, Linkedin, etc.
Durch Sichtbarkeit im öffentlichen Leben: Murals , T-Shirts, Flyer, Sticker, QR , etc.
Welche „artfremden“ Jobs hattest du bislang in deinem Leben?
Barmann, Kellner, Zigarettenfabrik, Wurstfabrik, Wohnungs-/Studio-Renovierarbeiter, Zukunftsgestalter
Wie startest du in deinen Tag, oder wie strukturierst du deinen Alltag? Gibt es Rituale? Bist du Frühaufsteher oder arbeitest am liebsten nachts? In Gesellschaft oder alleine?
Ich stehe auf, wenn ich fühle, dass ich fit bin. Vormittags mache ich gerne Büro, dann schwimmen gehen als Ertüchtigung und Disziplin. Nachmittags - abends mache ich gerne Kunst. Sowohl allein als auch gern im Team. Am liebsten mit Tageslicht.
Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit du deine Arbeit im Atelier beginnen kannst? Arbeitest du täglich schöpferisch oder handwerklich?
Ich muss 'gut drauf sein', Lust zum Malen fühlen, motiviert von Ideen sein, einen freien Kopf haben. Ich achte darauf, dass ich ein Minimum von 15 Minuten täglich scribble.
Welche Materialien nutzt oder bevorzugst du für deine Kunst?
Leinwand, Acrylfarbe, Stoff, Farben und Licht an sich.
Gibt es ein Hauptthema in deinem künstlerischem Schaffen, oder gibt es Thematiken, die immer wieder an neuen Stellen auftauchen?
Immer wieder tauchen Menschen auf, in allen möglichen Varianten. Der Mensch an sich, die Wirklichkeit, der Traum, die Liebe, die Erde ist meine Motivation .
In welcher künstlerischen Disziplin bist du bevorzugt tätig?
Im freien Malen.
Was tust du, wenn dich eine Schaffenskrise erwischt? Hast du einen Tipp, wie man wieder kreativ wird?
Wenn ich nicht gut drauf bin - mal ich nicht - dann mach ich anderes. Denke und arbeite so - das immer das nächste Bild wird das Beste wird.
Was oder wer treibt dich an?
Die Zeit, der Mensch, Liebe, Leidenschaft, Form, Farbe, Funktion, Kontinuität.
Was inspiriert dich für den eigenen schöpferischen Prozess am meisten?
Die Liebe, die Träume, die Realität, die Menschen, die Erde, das Weltall, die Wirklichkeit.
Was zerstört deinen „Schaffensflow“ umgehend?
Wenn etwas Unvorhersehbares passiert - die Seele abhanden kommt.
Arbeitest du konzeptionell und setzt handwerklich um, oder eher intuitiv aus dem Bauch heraus?
Zu 90 % aus dem Bauch heraus.
Wann ist etwas richtig gute Kunst für dich?
Wenn ich beim ersten Anblick begeistert bin.
Wann und wo genau war deine erste und wann und wo war deine kürzlich letzte Ausstellung?
Meine erste Ausstellung war ca. 1980 in einer kleinen Kellergalerie, Lefty s House, in Berlin-Schöneberg.
Die letzten zwei Ausstellungen waren in Florenz im Juni 26 und in Berlin im Oktober 26.
Warum sollten die Menschen, Kunstsammler, Museen und Galeristen deine Kunst kaufen?
Weil sie ihnen gefällt, weil sie mit dem Bild leben möchten, weil es eine Haltung und auch eine Währung darstellt.
Wie gehst du mit Kritik an deinem Werk um?
Konstruktive kritik kann inspirierend sein - kann mir mir aber auch 'am Arsch vorbei gehen'.
Welche Ziele möchtest du mit Deiner Kunst noch erreichen?
Der Weg ist mein Ziel. Ich möchte glücklich sterben.
Was wäre dein grösster Traum?
Die Erde zu einem Museum umgestalten.
Was war der beste Ratschlag, den du für deine eigene Arbeit je erhalten hast?
"Wenn du davon leben kannst, machst du alles richtig."
Hast du künstlerische Vorbilder? Wenn ja, welche?
Olala - ad hoc - aus dem Kopf - das sind sehr sehr viele. 5 Sek Entscheidung:
Von A wie Abramovic, B wie Beuys, C wie Cézanne, D wie Delaunay, E wie..., F wie Fauves, G wie Goya, H wie I wie Iggy, J wie K wie Kraftwerk, L wie L, M wie Matisse, N wie Nolde, O wie..., P wie Pistols Q wie…, R wie Rubens, S wie Sternberg, T wie Tangulay, U wie Uecker, V wie Velvet Underground, W wie Warhol, X wie Y, Z wie Zappa.
Brücke, Bauhaus, Dadaisten, Expressionisten. Von fast jedem Genre Favoriten. Expressionisten an sich.
In welchen Lebensphasen schaffst du am ehesten Kunst? Eher, wenn du etwas verarbeiten musst (z.B. Konflikte, Politisches, Trauer) oder wenn du glücklich, zufrieden und satt, respektive entspannt bist (z.B. im Urlaub)?
In allen Lebenslagen habe ich bisher Kunst gemacht. Ich fange nur an, wenn ich positiv, gutgelaunt, kraftvoll und beseelt bin.
Bist du interdiziplinär unterwegs? Also schreibst Du z.B. auch, oder arbeitest mit verschiedenen Materialien wie Keramik oder tuftest Teppiche, machst auch Musik oder verbindest diese Themen miteinander?
Ich liebe darstellende und bildende Kunst gleichermaßen. Mache selber Musik mit eigenen Text und diese fließen auch in meine Malerei hinein.
Welche Charaktereigenschaft sollte ein bildender Künstler bzw. Künstlerin deiner Meinung nach bezüglich des eigenen Erfolg bestenfalls mitbringen? Und welche besser nicht?
Er sollte farbverliebt, dankbar, mutig, offen, grosszügig, liebevoll und emphatisch sein. Er sollte nicht Angst haben, kleinkariert, egozentrisch, selbstverliebt sein.
In welchen Lebensjahren oder in welchem Alter deiner Laufbahn warst du in deinem Schaffen bislang am produktivsten?
Zwischen 20 und 30, zwischen 40 und 60 und in der Zukunft.
Was war der Grund für Schaffenspausen in deinem Leben?
Fehlende Inspiration, Müdigkeit, Stress, Unlust, Faulheit.
Wie viele Werke hast du in deinem Leben bislang geschaffen?
Da ich das im klassischem Sinne nicht dokumentiert habe, kann ich nur schätzen: vierstellig.
Was hältst du davon, dein künstlerisches Lebenswerk für die Nachwelt einfach selbst zu gestalten im Sinne einer Autobiografie oder auch einer Monografie z.B.?
Steht weit oben auf der to do List: Für mich wichtige Sache, damit ich und auch die Nachwelt eine Vorstellung von mir bekommen kann. Ich habe dazu schon viel dokumentiert, geschrieben und will das asap realisieren.
Zum Schluss, unsere Rubrik:
„Kurze Fragen, kurze Antworten“
-Dein aktuelles Lieblingsbuch?
Neue Berliner Illustrierte Zeitung
-Dein Mantra oder Lieblingsspruch/Zitat lautet?
Instant Karma gonna get you
-Deine nächste Reise geht am liebsten wohin?
Asien
-Was hast du immer im Kühlschrank?
Obst, Cola, Milch, Gemüse
-Wie definierst du Luxus?
Wenn ich im Restaurant bei der Auswahl nicht auf den Preis sehe.
-Dein Leben ohne Kunst wäre…
...traurig.
-Deine Kunst ist…
...einmalig und endlos.
-Das Leben ist zu kurz um…
...zu leben.
Fotos in Diashow | Ausschnitte Galerie und Werke | Künstler:
KIDDY CITNY
|
Fotos von Portraits, Werken und PDF: Freie Nutzung erteilt mit freundlicher Genehmigung durch: Kiddy Citny.
Weitere Werke aus der Serie "20th Century Icons" als:
PDF




